Berlin, Berlin...unser Tourbericht

Rückblick und Tracks zum download (google earth)

Datum: 16.08.2010

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

Unser Tourredakteurin und Frauenbeauftragte des HSV-Radsport berichtet hier täglich live!

Montag, 16.08.2010

Ja, ja, der Alltag hat mich schon wieder gefangen genommen. Ich sitze in meinem Auto und hänge meinen Gedanken nach. Die Berlinfahrt - auf die ich solange hingefiebert habe - und aufgeregt war, ob ich´s überhaupt schaffe... ist nun schon Geschichte. Es kommt mir im Moment noch ganz unwirklich vor, dass ich tatsächlich 615 km in 4 Tagen ( 170. 110, 170, 165) mit dem Rennrad zurück gelegt habe. Brauche wohl noch etwas Zeit. Einfach war´s nicht immer, aber ich habe auch gemerkt, ich kann über meine Grenzen hinweg fahren. Dank Willi, („Du steigst mir hier nicht vom Rad!“) habe ich auch eine schlimme Phase durchgehalten.

Michael, der die Strecke in ca. 18 Stunden Fahrtzeit von Freitag Abend bis Samstag Mittag zurückgelegt hat, ist glücklicherweise auch wohlbehalten in Berlin eingetroffen. Absoluter Respekt vor dieser unglaublichen Leistung!!!

Ich glaube, jeder Einzelne hat eine wirklich tolle Leistung erbracht ! Es wurde viel gelacht und trotz recht unterschiedlicher Leute – allein schon alterstechnisch – war die Stimmung klasse und die Fahrt ein tolles gemeinsames Erlebnis. Den Spaß am gemeinsamen Quälen auf dem Rennrad haben wir wohl gemein. Ein besonderes Highlight zum Schluss war sicherlich noch die Fahrt quer durch die Innenstadt von Berlin mit den "Berliner Bären". Das war schon ganz besonders und die Schmerzen in den Beinen sind da schnell vergessen!

Ein herzliches Dankeschön an die Leute die viel Arbeit investiert haben und an alle die dabei waren. Eine super Fahrt – top vorbereitet - , die auf jeden Fall in  Erinnerung bleibt und sicher noch so manchen Gesprächsstoff liefert. Wann geht´s wieder los??

A.P.

Logbuch Berlin - 4. Tag - 13.08.2010, 9.00 Uhr Havelberg Hotel Am Hafen

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Schon als ich die Augen öffne, merke ich dass es nicht regnet. Beim gemeinsamen Frühstück und Fahrradputzen kommt die Sonne hinter den Wolken raus. Die Spuren des vorherigen Tages werden von den Rädern gewischt. Selbst die lange Elli und Wollmütze bleiben heute in der Tasche. Jetzt fahren wir wirklich nach Berlin! Gleich zu Beginn wird’s richtig hakelig. Von Dorf zu Dorf wird der Straßenbelag immer schlimmer. Übelstes Kopfsteinpflaster läst uns verzweifelt auf Gehwege und Seitenstreifen ausweichen. Aber auch hier ist der Sand sehr weich und wir rutschen nur so durch die Gegend. Ein echtes Survivaltraining. Endlich wird ruhiger und wir können die Fahrt durch die sonnige Landschaft genießen. Schon bald bemerke ich, dass nach den vielen Fahrradtagen mein Rücken und Nacken jetzt schmerzen. Der Körper fordert seine Ruhepause. Da muss ich jetzt durch - ist ja kein Kindergeburtstag! Im Umland von Berlin haben wir ein Date mit den “Berliner Bären”. Drei Radsportkollegen des Vereins haben sich bereiterklärt, uns in Berlin hereinzufahren und durch die Stadt zu lotsen. Während der Fahrt durch den Grunewald und durch die Innenstadt vorbei an zahlreichen Sehenswürdigkeiten wird eifrig gequatscht und wir bekommen ein kostenfreies Sightseeing. Mit dem Rennrad quer durch Berlin ist schon ‘ne ziemlich coole Sache. Am Ziel angekommen verabschieden sich die Bären. Die letzten Tage sind super verlaufen, keine Unfälle und auch keine sonstigen größeren Schäden. Auch unser Bullifahrer Paule hat die Strecke ausgehalten, was bei einem Durchschnitt von 30 km/h bestimmt nicht immer lustig warJ. Das war ‘ne prima Fahrt!  Aber jetzt will ich mein Rad auch erstmal nicht mehr sehn! Gleich ab damit in den Anhänger!

Hier könnt' Ihr die heutige Strecke noch einmal in google earth überfliegen bzw. nachfahren: Download Track (bitte speichern unter klicken, dann kml Datei unter google earth öffnen)

A.P.


Logbuch Berlin - 3. Tag - 12.08.2010, 9.00 Uhr Lüneburg Hotel Seminaris

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In der schönen Hansestadt konnten wir den gestrigen Abend bei einem schönen Grillbuffet im Innenhof des Kronen-Gasthauses genießen. Dank Hobel wissen wir jetzt auch dass “Rote Rosen” hier in  der Stadt gedreht wird.

Am heutigen Tag kann vor allem zunächst das  Frühstück überzeugen. Die Wettervorhersage für heute: Haselünne -sonnig, Berlin - sonnig, Lüneburg - Regen, falsch: man muss sagen Monsunregen!

Beim Start um 9 Uhr hat ist es grad’ mal ein wenig trocken. Schon bald setzt der Regen wieder ein - aber es regnet heute nur einmal - und zwar die ganze Fahrt lang. Nur, wenn man erstmal nass ist, ist´s dann auch gar nicht mehr so schlimm. Es gibt warmen Regen von oben, warmen Regen von unten und gern auch mal ne Volldusche von vorbeifahrenden Autos. Ich warte nur drauf, dass mir Fische und Seepferdchen entgegen schwimmen. Als Highlight des Tages fahren wir ein paar Hügel mit teilweise 13 % Steigung. Schade dass man bei diesem Wetter nicht soviel Gas geben kann. Danach geht´s erst rechts dann links der Elbe durch zahlreiche Dörfer weiter. Trotz des Regens werden noch immer Scherze gemacht und natürlich ordentlich Kilometer geschrubbt (174).Endlich gegen 16.15 Uhr treffen wir im kleinen Örtchen Havelberg ein. Unser Hotel “Am Hafen” - direkt an der Havel gelegen - ist unser Domizil für heute. Eine heiße Dusche macht alles wieder gut, und wie ich gerade höre, die Wettervoraussichten für morgen versprechen zumindest keinen Regen! Na wir werden mal sehn!

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Morgen ist ein neuer Tag!

A.P.

Logbuch Berlin  - 2. Tag - 11.08.2010, 9:00 Uhr Jeddinger Hof

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Nachdem wir gestern noch das eine oder andere kühle Getränk auf der Gartenterrasse genossen haben und noch hautnah miterleben konnten, wie die Feuerwehr in dem kleinen 500 Seelendorf arbeitet - sie kamen mit Fahrrad, Mofa und zu Fuß unter Einsatz ihres Lebens….geht’s heute weiter. Das Wetterapp sagt für 11 Uhr Regen voraus. Also schnell in die Pedalen! Noch geht´s trocken voran. Quer durch die Lüneburger Heide. Mitten in deren Herzen legen wir eine Rast ein. Beim Kaffeekränzchen im Wald wird der Energiespeicher aufgefüllt, als gäb´s nie wieder Essbares. Dann bewahrheitet sich die Wettervoraussage und die Regenwolke hat uns in der Tat eingeholt. Jetzt bloß nicht stehen bleiben. Der Rückenwind kommt uns entgegen…hähh? - und hauptsächlich bergab läuft´s heute trotz meiner Bedenken super. Ich freue mich schon auf die Salztherme, direkt am Hotel die wir mitnutzen können. Bei Dirk wird inzwischen die zweite Felge fällig - na das wird nicht ganz billig werden. Die Reparaturkosten in Form von Whiskey-Cola schießen in die Höhe. Gegen halb zwei  treffen wir glücklich und relativ entspannt in Lüneburg ein. Markus, der seit gestern Abend auch mit von der Partie ist, hat heute super durchgehalten und die gesamte Strecke absolviert. Bravo - sag ich nur!

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So, jetzt wird erstmal entspannt damit wir heute Abend Lüneburg unsicher machen können!

Logbuch Berlin - 1. Tag - 10.08.2010, 7:30 Uhr Plesse

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In meinem Übereifer - nur das Ziel im Kopf fahre ich fast an dem vereinbarten Treffpunkt vorbei. Das sorgt erstmal für Gelächter. Nachdem wir von den Familienmitgliedern ausgiebig verabschiedet sind, geht es bei bestem Wetter und Sonnenschein satt munter los. Über zunächst bekannten Strecken fallen die ersten Kilometer gar nicht schwer. Nach 80 Kilometern werfen wir erstmals den Anker und schlagen uns die Bäuche mit Brötchen, Kaffee, Käsehäppchen und Gürkchen voll. Was will man mehr! Danach geht’s munter weiter.  An einer Straßenkreuzung komme ich nicht schnell genug in die Pedalen und verliere den Anschluss. Mist jetzt muss ich mich wieder rankämpfen, denn vorne bemerkt man nichts von meinem Missgeschick. Ich k.... mir fast die Lunge aus dem Leib und bin kurz vorm Aufgeben. Zwei Leute haben bemerkt, dass ich arge Probleme hab und schieben mich abwechselnd an - Puls ca. 200. Endlich hab ich´s geschafft. Ich bin total platt und kämpfe mich durch. Münster war ja nichts dagegen!  Willi motiviert mich - du darfst nicht aufgeben! Doch da, als ich von meinen Mitstreitern mit Traubenzucker versorgt werde, passe ich einmal nicht auf und streife das Hinterrad meines Vormannes. Kurz vor der Asphaltkante werde ich aufgefangen und wieder in die Wagerechte befördert. Huh…das war knapp würde ich sagen. Mein Puls kommt noch immer nicht in den Normalbereich.. Ich kämpfe  und kämpfe mit mir selbst.  Das ist ganz schön hart und ich bin dankbar für jede Pause, auch wenn´s ein geplatzter Reifen von Alfons ist - damit hab ich nichts zu tunJ! Krämpfe quälen mich aber das Ziel liegt vor Augen noch ne Geheimmischung von Hucke trinken - die Erlösung naht! Der Jeddinger Hof -nahe Visselhövede ist unsere erste Anlaufstation. Glücklich dass ich trotz allem nicht aufgegeben hab verleihe ich mir unter der Dusche selber die Ehrenurkunde fürs Durchhalten. Und nun geht’s zum angenehmen Teil des Tages - gemeinsames Reparieren von Reifen, Speichen etc. und natürlich ein gutes Essen und gemeinsames resümieren des Tages. Soweit für heute! Bis morgen!

A.P.

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