Radsport

- diesmal vom wirklich ganz großen Radsport

Datum: 30. November 2008

Da witterungsbedingt zur jetzigen Jahreszeit wenig spektakuläre Höchstleistungen unserer Radsportabteilung vollbracht werden, soll sich dieser Bericht um etwas ganz Anderes wie die 28 Zoll Laufräder drehen.

Nein, es geht nicht ums Mountainbikefahren, MTB`s haben 26Zoll Laufräder, was im Winterhalbjahr von einigen HSVern praktiziert wird. (siehe Hinweis am Ende des Berichtes)

Es geht um das große Thema „Doping“, Entschuldigung, ich meinte natürlich das große Thema „Profiradsport“ und um die Frage, wer betrügt eigentlich wen.

Der Begriff Radsport wird in gesamte Bevölkerung und den Medien nicht mehr ohne das Thema Doping genannt. Medien berichten nicht mehr über Rennen, Plazierungen, Zeiten oder die sportliche Leistung, diese Fakten rücken in die zweite oder dritte Reihe. Ganz vorne sitz das Thema Doping, dicht gefolgt von Dopingsperren und die Rückkehr von gedopten Sportlern, oder von einem offensichtlich gedopten Texaner der es nochmal allen Zeigen will. (Anmerkung: bei Lance Armstrong wurde in 6 Urinprobe bei seinem ersten Toursieg 1999 EPO nachgewiesen, Armstrong startet 2009 bei verschiedenen Rennen und Rundfahrten)

Die in den letzen Jahren deutlich verbesserte Testmethoden und die erhöhte Anzahl an Tests, erhöhen auch die Zahl der positiven Befunde dramatisch, es wird also nicht mehr als früher gedopt, sonder es wird mehr gefunden.

Da aber gerade im Radsport flächendeckend gedopt wird, bin ich der Meinung, dass es früher oder später fast jeden bekannten Radprofi betrifft. Die wirklich „sauber“ sind, kennt keiner, weil Sie nicht mit überragenden Leistungen auffallen und keine Siege in diesem Geschäft einfahren. Zurück zur Eingangsfrage, wer wird wirklich betrogen?

Als aller erstes, der saubere Profisportler, der an der Startlinie in der zweiten Reihe steht. Seine Arbeit verrichtet und selten in den Genuß kommt etwas zu gewinnen. Äußert sich ein solcher Sportler negativ über seine Gegner, wird Ihm das Leben auf dem Sattel und daneben zur Hölle gemacht. (z.B. Filippe Simeoni,, Greg Lemond, beide wurden nach Dopingvorwürfen gegen Armstrong von Ihm bedroht)

Als zweites, die Sponsoren, welche Millionen in den Radsport stecken und auch einen Imageschaden erleiden. Nicht umsonst haben Sich viele der großen deutschen  Konzerne (Telekom, Gerolsteiner, Wiesenhof, Würth, Edeka, MAN usw.) aus dem Sportsponsering des Radsports zurückgezogen. Den wirklichen Schaden haben hierbei aber wohl die Profis selber, kein Team, kein Geld, keine Rennen, kein Job. (Deutschlandtour, Niedersachsenrundfahrt, Rheinlandpfalz-rundfahrt usw. abgesagt)

Nicht vergessen darf man die vielen Hobbysportler, die brav trainieren und fortwährend versuchen den Spagat zwischen Sport, Beruf und Familie zu schaffen. Diese Sportler schauen auf die unbegreifliche Leistung der Profis und sehen sich außerstande auch nur annähernd in solche Bereiche vorzustoßen.

Kleine Anmerkung: im Triathlon, wenn es gut läuft, brauche ich für 40km, etwas über 1h (Schnitt von knapp 40km/h) Die guten Zeitfahrer unter den Radprofis würden einen Schnitt von 50km/h fahren. Dazwischen liegen Lichtjahre.

Aber die wirklichen Verlieren sind die gedopten Sportler selbst. Durch die Einnahme von unerlaubten Medikamenten, wird ein erhöhtes medizinisches Risiko eingegangen, viele schwere Erkrankungen bis hin zum Todesfall beweisen das.

Auch gehört zum Doping das permanent Lügen und die Unschuldsbeteuerungen.

Da läßt die mögliche psychische Störung nicht lange auf sich warten, erst recht in Hinblick darauf, dass wenn man die Dopingmittel absetzt, die körperliche Leistungsfähigkeit in den Keller geht, das muss man erstmal alles verarbeiten können. Kann man da morgens noch beruhigt in den Spiegel schauen?

Ist dem Profiradsport noch zu helfen? Es gibt viele Meinungen und Maßnahmen hierzu, mit bislang durchschlagendem Mißerfolg. Seit vielen Jahren bin ich der Meinung, nur eine lebenslange Sperre bei positiv getesteten Sportlern auf allen Ebenen, bis hin zum Volkslauf, hätte die richtige Abschreckungskraft. Damit würde, den ansonsten ohne Berufsausbildung  dastehenden Profis, die Basis des Lebensunterhaltes entzogen werden. Etwas näher betrachtet, dürfte aber auch eine 10 jährige Sperre ausreichend abschreckend sein. Ansonsten wäre es z.B. Lance Armstrong bis ins hohe Rentenalter verwehrt am Haselünner Altstadtlauf teilzunehmen und das wäre eindeutig eine zu harte Strafe. Von einer wirklichen Reinigung im Profiradsport kann man noch längst nicht sprechen. Oder wie ist es sonst zu bewerten, dass die Handvoll Sportler, die wirklich ausgepackt haben und in die Kronzeugenregelung (verminderte Strafe von einem Jahre) fallen, in keinem Team mehr einen Platz finden, dazu fällt mir nur der Begriff Heuchelei der Teamleitung ein.

Meine Einschätzung, wenn nicht bald im Radsport etwas Elementares passiert (z.B. Sperre deutlich erhöhen), ist das Profigeschäft dieser faszinierenden Sportart dem Untergang geweiht. 

Ich selber schaue mir schon lange nicht mehr die Tour an.

Da dieser Bericht nur die Meinung eines Einzelnen widerspiegelt, sollten eventuelle Schadenersatzklagen von Profiradsportlern nur gegen den Ersteller des Berichtes gemacht werden.

Wieder zurückgekehrt zum kleinen Radsport, garantiert dopingfrei:

Die Mountainbiker treffen sich jeden Sonntag im Winter um 10.00 Uhr auf dem Plesseparkplatz, um eine 45km lange Strecke im Gelände zu fahren. Dort sind alle, die ein Mountainbike, einen Helm und etwas Ausdauer besitzen, herzlich Willkommen. Einfach mal kommen und schauen wie es läuft bzw. dreht.

geschrieben von Michael Josch

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