Flensburg-Garmisch

...in 5 Tagen längs durch Deutschland

Datum: 22.06.2014

Tour Flensburg Garmisch (Bericht aus MT, 21.06.2014)

1012 Kilometer im Fahrradsattel zurücklegen – und das an nur fünf Tagen: Einer solchen Mammut-Herausforderung stellen sich fünf radsportbegeisterte Männer aus Haselünne. In der kommenden Woche wollen sie Deutschland von Nord nach Süd durchqueren.

Los geht es in Flensburg nahe der dänischen Grenze; vom Ziel Garmisch-Partenkirchen ist es nicht mehr weit bis nach Österreich. Fünf Tagesetappen zwischen 152 und 246 Kilometern zu bewältigen, ist ab Dienstag das ehrgeizige Ziel von Guido Hengemühle, Holger Hengemühle, Willi Schulte, Robert Thünemann und Holger Willen.

Sechster Mann beim Trip der Emsländer durch die Republik ist Frank Meemann. Er steuert das Begleitfahrzeug, einen Bulli, beladen mit Ersatzrädern, Werkzeug, Verpflegung und was man sonst alles so benötigt für die im Internet beschriebene Strecke des
„Race across Germany“ .

Radsportversiert wie -geübt ist das Quintett allemal. Jeden Dienstagabend trifft man sich im Meppener Norden zu temporeichen Trainingsfahrten. Auch lange Strecken im Rennradsattel haben die fünf Männer – sie sind zwischen Mitte 20 und Anfang 50 – schon bewältigt. Dennoch gehört eine solche Tour nicht zum Standardprogramm eines Radsportlers im Amateurbereich.

„Wir müssen zügig fahren, um die Strecke zu schaffen“, sagt Willi Schulte. „Zügig – und gleichmäßig.“ Denn so wird die Muskulatur gleichmäßig belastet. Im Schnitt 30 Stundenkilometer wollen die Radler auf den Tacho bringen. Die Strecke verläuft über geteerte, rennradtaugliche Straßen, die Orientierung ist im Zeitalter des Navigationsgeräts meist ebenfalls problemlos.

Unwägbarkeiten gibt es trotzdem genug. Das Wetter zum Beispiel kann sich als Gegner entpuppen. „Regen wäre schlimm, dann kühlt man aus“, meint Holger Willen. Auch das Bergabfahren ist dann kaum erholsam, sondern bringt zu viel Abkühlung. Wichtig sei es deshalb besonders, bei Trockenheit zu starten.

Falls es nicht regnet, dürfte immer noch der Wind eine Herausforderung sein, denn mit ständigem Rückenwind ist nicht zu rechnen. Die Emsländer wollen daher den „Belgischen Kreisel“ anwenden: Bei dieser Formation wird teils neben-, teils hintereinander gefahren, wobei sich die Fahrer fast minütlich in der Führungsposition abwechseln. Damit wollen sie Kräfte sparen, indem sie den Windschatten ausnutzen. „Das ist bei Geschwindigkeiten ab 30 km/h nicht zu unterschätzen“, so Schulte.

Teamgeist ist also gefragt. Neben der sportlichen Ambition liegt der Reiz der Tour für die Haselünner mithin im Gruppenerlebnis. Zusammen erlebt man den Wandel der Landschaft; beim gemeinsamen Abendessen, das oft aus Nudeln besteht (um Kohlenhydrate zu tanken), wird dann auf den Tag zurückgeblickt.

Das Mitfiebern mit Sportlern einer anderen Disziplin ist ebenfalls fest eingeplant: Am Donnerstag will die Gruppe nachmittags rechtzeitig am Etappenziel sein, um das dritte WM-Vorrundenspiel der deutschen Elf gucken zu können. Und zwei Tage darauf wollen die sechs Emsländer am Ziel in Garmisch-Partenkirchen sein. Um von der dortigen Skisprungschanze gewissermaßen auf Deutschland herabschauen zu können.

 

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